Zum Friseur mit dem eigenen Shampoo – dann geht’s!

Liebe Mit-Allergiker,

gestern war ich wieder beim Friseur.

Klingt banal, ist für mich aber super. Denn ich habe meine Lieblingsfriseurin Lenya monatelang gemieden – wegen der Allergie. Denn in einem Salon duftet so ziemlich alles.

Aber jetzt packe ich die Tasche mit meinen Produkten und Lenya frisiert damit. Shampoo und Spülung von Siriderma (aus der Apotheke), Wella Haarspray parfümfrei oder Glynt Sirocco Lac Spray (Friseurbedarf) und als Festiger Änglamark Harmousse. Das kaufe ich online bei http://www.neutrale-produkte.de.

Vorher hatte ich monatelang eine mobile Friseurin, die nach Hause kam. Ist auch nicht so viel teurer, nur die Anfahrt kommt dazu. Aber irgendwann merkte ich, dass ich keine Probleme habe, wenn ich auf Kongressen oder Familienfeiern viele parfümierte Menschen treffe. Es ist eben eine Kontaktallergie – nur die direkte Berührung löst Reaktionen. aus.

Also: Einfach den Friseur fragen, ob man eigene Produkte mitbringen kann. Am besten gar nicht groß über die Allergie sprechen, das irritiert viele. Die meisten Friseure sind sofort einverstanden 🙂

Eure Coco

 

Denn sie wissen nicht, was sie tun: Wenn Ärzte Duftstoff-Allergiker beraten

Liebe Duftstoff-Allergiker,

ich weiß ja nicht, wie es bei Euch war: Aber bei mir war die Beratung durch den Arzt ein totaler Flop. Nach einem Allergietest hieß es: Sie haben eine Duftstoff-Allergie. Verwenden Sie kein Parfüm. Wenn es Probleme gibt, nehmen Sie die Cortison-Creme. Mein Mund sah damals so aus:

Allergie-Mund

 

Manchmal war der Mund so rissig, dass ich nicht mehr richtig essen konnte. Die Risse bluteten. Auch die Augen waren dick. Aber der Mund kommt in Kontakt mit Nahrungsmitteln, die die rissigen Stellen immer weiter reizten. Das alles zog sich über Wochen und Monate hin, immer wieder kam es zu allergischen Reaktionen.

 

Als ich nach drei Monaten wieder bei diesem Arzt war, hat er gar nicht mehr zugehört. Ich erklärte ihm, dass das von ihm verschriebene Cortison keine Dauerlösung sein kann. Nachdem ich mit meiner Schilderung fertig war, wachte er aus seinem Koma wieder auf und meinte: Dann verschreibe ich ihnen Cortison, das hilft.

Okay – dann vielen Dank fürs Zuhören! Totales Desinteresse, kombiniert mit null Kompetenz in Sachen Duftstoffallergie.

Er hätte ja erläutern können, dass Duftstoffe bei uns universell eingesetzt werden. Er hätte erklären können, was ich alles tun muss, um den Kontakt zu vermeiden. Oder die Namen der Duftstoffe nennen können: Cinnamal, Geraniol, Linalool, Citronellol, Limonene, Lyral und so weiter. Dieser großartige Hautarzt hat mir auch nicht verraten, dass ich ab sofort die Liste mit Inhaltsangaben immer auf diese Begriffe überprüfen sollte – wenn ich nicht jede Woche Cortison-Creme im Gesicht haben will. Das habe ich nach mehreren Monaten dann selbst herausgefunden. Aber es gibt auch andere, gut informierte Hautärzte.

Heute ist mein Gesicht wieder glatt und schier, wie der Norddeutsche so sagt. Dank konsequenter Vermeidung.

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Eure Coco

 

Kosmetik-Hersteller sind extrem kulant

Heute habe ich einen ebenso kurzen wie erfolglosen Ausflug in die Welt der Duftstoffe unternommen. Nämlich mit der Bodylotion einer internationalen Kosmetik-Kette, die mir sehr sympathisch ist, weil sie ohne Tierversuche auskommt. Da ich nur einen unspezifischen Allergietest beim Arzt hatte („Duftstoffmix“ genannt), hatte ich gehofft, dass es vielleicht keine Reaktionen gibt, obwohl „Fragrance“ als Inhaltsstoff angegeben war.

Heute morgen habe ich die Lotion auf die Beine gerieben. Danach habe ich die Hände gewaschen, weil sie oft das Gesicht berühren, meist unbewusst, das lässt sich kaum vermeiden. Das reichte offenbar nicht. Am Nachmittag hatte ich rote Pusteln am Auge.

Also bringe ich die Bodylotion morgen zurück. Zum Glück ist die Kosmetik-Kette sehr kulant. So wie übrigens die meisten Kosmetik-Hersteller, wenn es um Allergien und Unverträglichkeiten geht. Man bekommt auch bei benutzter Creme, Lippenstift oder ähnlichem den kompletten Betrag zurück.

Schöne Grüße, Eure Coco

Eine Million Duftstoffallergiker ….

… schreibt die Apotheken-Umschau. Das ist nicht wenig, bei Neurodermitis sind es rund vier Millionen Betroffene. Ich hätte gedacht, dass der Unterschied größer ist, und dass die Duftstoffallergie im Verhältnis seltener ist.

„Duftis“ reden nicht so oft über ihre Allergie

Das liegt wohl auch an der öffentlichen Wahrnehmung. Wir „Duftis“ reden ja nicht so oft über unsere Allergie. Wer eine Duftstoff-Allergie hat, gilt als Exot. Jemand, der irgendwie ein bisschen komisch ist. Eine Mimose eben.

Es gibt keine ursächliche Therapie

Viele finden es suspekt, wenn man allergisch reagiert auf Dinge, die überall positiv beworben wie zum Beispiel Raumdüfte, Parfüm, Putzmittel oder duftende Wäsche. Ich kenne eine Putzfrau, die auch diese Allergie hat. Sie arbeitet unter anderem in einem Krankenhaus. Aber auch dort stieß sie auf Unverständnis.

Liebe Allergiker da draußen: Ihr seid nicht allein! Und es ist vollkommen in Ordnung, wenn man die Duftstoffe konsequent aus seinem Leben verbannt! Denn eine ursächliche Therapie gibt es nicht.

Einen schönen Abend wünscht

Coco