Kontaktallergene in Kinder-Creme

Duftstoffe in Produkten für Babys? Nun ja, das kann wohl hier und da mal vorkommen. Aber dass Eltern, die für ihr Kind nur das Beste wollen,  so etwas regelmäßig für ihr Kind kaufen?!? Das kann doch nicht sein. Sollte es etwa jede Menge Eltern und kritische Verbraucher geben, die Baby- und Kinderpflege mit Inhaltsstoffen kaufen, die eine Allergie auslösen können? „Das kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen.“ (O-Ton einer Ärztin, die Mitglied bei dem Frauennetzwerk ZONTA ist)

Ja, nee, ist klar: Hersteller wie Weleda und andere produzieren Kinderpflege mit Duftstoffen und liefern das an die Drogeriemärkte von Flensburg bis Passau, weil das keiner kauft. 

Doch, liebe ZONTA-Ärztin, so etwas wird von Eltern für Kinder gekauft und zwar massenhaft. Sei es die Traditionsmarke Kaufmanns mit den Inhaltsstoffen  Parfüm, Limonene, Geraniol, Linalool und Citronellol, sei es die Sonnencreme „Nivea Sun Kids“ mit Linalool, Limonene, Citronellol, Coumarin und Parfüm (siehe INCI unten).

Wenn auf den Packungen stehen würde: Enthält Kontaktallergene – dann würde es wohl wirklich keiner kaufen. Aber da steht nur: Linalool. Und weil kaum jemand versteht, was das bedeutet, werden diese Sachen verkauft in den Supermärkten von Flensburg bis Passau.

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Dachschaden?!

 

Wer eine Duftstoff-Allergie hat, gilt als Exot. Jemand, der irgendwie ein bisschen komisch ist.  Viele finden es suspekt, wenn man allergisch reagiert auf Dinge, die überall positiv beworben wie zum Beispiel Raumdüfte, Parfüm oder duftende Bettwäsche. Dabei gibt es in Deutschland laut DAAB tatsächlich eine Million Duftstoffallergiker (Neurodermitis: 4 Millionen).

Mittlerweile sehe ich diese Klischees mit Humor. Und letzte Woche habe ich in einem Geschenke-Laden diese Postkarte gefunden, die irgendwie dazu passt. Mein Dachschaden besteht natürlich in der Fixierung auf Duftstoffe. Sterne kann ich zwar nicht sehen, aber mit den Inhaltsstoffen von Kosmetik kenne ich mich jetzt ziemlich gut aus 🙂 

Tatsache ist auf jeden Fall, dass die Allergie den Alltag grundlegend ändert und manchmal auch mehr, als einem lieb sein kann. Ich habe eine Putzfrau kennengelernt, deren Beziehung – unter anderem – deswegen in die Brüche gegangen ist. Dass sie als Reinigungskraft eine Duftstoffallergie hat, passt ins Bild, denn Berufsgruppen wie Reinigungskräfte und Friseure gehören zu den Risikogruppen. Ihr Ex-Freund fand aber, das sei ihr Problem und hatte keine Lust, sich umzustellen.

Nur: Es gibt keinen anderen Weg als die Allergen-Karenz. Man muss die Duftstoffe konsequent von der Haut verbannen. Denn eine ursächliche Therapie gibt es nicht.